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Guido Baranowski mit City-Ring ausgezeichnet - Ruhr-Nachrichten

von Bettina Kiwitt am 13.01.2012

Technologierohlinge schleift er zu Diamanten. Daneben hegt und pflegt er 25 Ehrenämter. Für dieses große Engagement erhielt Guido Baranowski am Donnerstag den City-Ring 2012.

Warum der Initiativkreis für eine attraktive Innenstadt in diesem Jahr den Geschäftsführer des Technologiezentrums Dortmund als Preisträger auserkoren hat, erläuterte City-Ring-Vorsitzender Axel Schroeder im Industrieklub vor rund 350 Gästen.

"Eine gute Wahl wird nicht angefochten"

Baranowski habe als Quereinsteiger das Technologiezentrum und den -park mit aktuell rund 280 Firmen und 8500 Arbeitsplätzen zum mit Abstand größten Technologiezentrum in Deutschland und einem der bedeutendsten in Europa gemacht. Baranowski sei somit eine gute Wahl gewesen. „Und eine gute Wahl wird nicht angefochten und muss daher auch nicht wiederholt werden“, spielte Schroeder die Vorkommnisse rund um die letzte Kommunalwahl an. Dafür gab's Lacher und Applaus.

„Ihr großer Erfolg ist ihnen nicht zu Kopf gestiegen. Sie haben bodenständig wie sie als Westfale sind, konsequent ihre Ziele weiterverfolgt und nicht viel auf das Außen gegeben“, setzte Schroeder seine Laudatio fort. Als Beispiel führte er an, dass Baranowski immer noch auf seinem allerersten Bürostuhl sitzt, den er, nachdem er zusammengebrochen war, schweißen ließ und weiter nutzte.

Engagement im Ausland bei minus 26 Grad
 

Der heute 58-Jährige habe sich auch im Ausland engagiert. So habe er etwa unter extrem schwierigen Bedingungen bei minus 26 Grad und gewöhnungsbedürftigen hygienischen Verhältnissen federführend beim Aufbau eines Innovationszentrums in Vladimir östlich von Moskau mitgeholfen.

Er, Schroeder, habe auch versucht, eine Verbindung zur City zu schlagen, so der Laudator. Und da habe er erfahren, dass es zwischen dem Weihnachtsdorf und dem Technologiezentrum eine Verbindung gebe. Denn das TZDO habe auch eine Wichtelwerkstatt, so werde intern das Führungstrio aus Baranowski, Wirtschaftsförderungschef Udo Mager und IHK-Geschäftsführer Stefan Schreiber genannt.

"Unser Schatz sind die Menschen"

Die Zeiten der Bodenschätze von Eisen und Stahl seien vorbei, „unser Schatz sind die Menschen“, so Schroeder weiter. „Nur wenn wir sie von Anfang an fördern, werden Arbeitslosigkeit und Auswüchse wie Gewalt von Jugendlichen und politischer Extremismus zu überwinden sein.“ Dazu trage Guido Baranowski mit seinem Beruf und seinem Ehrenämtern bei.

In seinem Grußwort, das mancher als zu lang und zu wenig auf den Preisträger zugeschnitten empfand, betonte Oberbürgermeister Ullrich Sierau, dass Baranowski die eigenen Interessen zugunsten des Gemeinwohls zurückgestellt habe. Ansonsten streifte der OB die bereits bekannten Themen wie Phoenix-See, Nazidemos, die Thier-Galerie und - wie sollte es anders sein  - die Meisterschaft des BVB.

 440 Millionen Euro Bruttowertschöpfung

"Ich weiß, dass es zwecklos ist, sich gegen Lob zu wehren. Ich nehme es einfach mal so hin“, schmunzelte Guido Baranowski. Er erinnerte augenzwinkernd an die schwierigen Anfänge: „Wir hatte Anfang der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts keine Chance, aber wir haben sie genutzt.“

Laut einer Studie der Uni Münster gebe es heute pro Jahr in Technologiezentrum- und - park 440 Millionen Euro Bruttowertschöpfung sowie 20 Millionen Euro Steueraufkommen für die Kommune. Der Konsumnachfrageeffekt liege bei 82 Millionen Euro. In den vergangenen 26 Jahren seien insgesamt 2,4 Milliarden Euro investiert worden, woran die öffentliche Hand nur mit 10 Prozent beteiligt gewesen sei.

Weiteres großes Potential

Der Campus habe ein Potential für 15 000 Arbeitsplätze, die bis 2020 errichten werden könnten. Auf Phoenix West könnten weitere bis zu 5000 Arbeitsplätze entstehen. Für den frisch gekürten City-Ring-Preisträger bleibt also weiterhin viel zu tun.



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