| Ruhr-Nachrichten, 17.03.2004: Sonderveröffentlichung Dortmund on Ice |
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Die Vorfreude auf die Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft in Dortmund wächst. Und das Beste ist: 20 unserer besonders aufmerksamen oder kundigen Leserinnen und Leser können live in der Westfalenhalle dabei sein, wenn die Weltbesten um die Titel gleiten. Es gilt nur, eine Frage zu beantworten.
Also: Die wievielte Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft findet in Dortmund statt?
Rufen Sie an unter Tel. (0190)1515 17.
Ein Anruf kostet aus dem Festnetz der Telekom weniger als 50 Cent. Die Leitung ist bis Donnerstag, 18. März, 24 Uhr, für Sie freigeschaltet. Nennen Sie den Lösungsbuchstaben oder die Lösung, Ihren Namen, Rufnummer und Adresse. Die Gewinner werden rechtzeitig benachrichtigt. Viel Erfolg und Bahn frei.
Wieder einmal präsentiert sich Dortmund vom 22. bis 28. März als Schauplatz einer Weltmeisterschaft im Eiskunstlaufen.
Zum 3. Mal nach 1964 und 1984 ist die Weltelite der Kufenkünstler in der Westfalenhalle versammelt. Mit Titelkämpfen in dieser so traditionsreichen Arena verbinden sich unvergessliche Erinnerungen an große Augenblicke des Eiskunstlaufs. Sportlerinnen und Sportler loben übereinstimmend die besondere, einzigartige Atmosphäre und die grenzenlose Begeisterung des Publikums in der Westfalenhalle. Wenn nunmehr die Aktiven aus 44 Nationen um die Titel bei den Damen und Herren, im Paarlauf und im Eistanz kämpfen, dürfen wir uns erneut auf sportliche Höhepunkte freuen. Doch das WM-Flair ist keineswegs auf die Westfalenhalle beschränkt. So verwandelt sich bis zum 28. März der alte Markt in der City mit einer 1000 qm großen Eislauffläche in ein echtes Kufenparadies für Jung und Alt. Den Organisatoren von der Gesellschaft für City-Marketing, in der City-Ring und Stadt zusammenarbeiten, danke ich für dieses großartige Rahmenprogramm zur Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft. Ich bin sicher, dass sich auch für "Dortmund on Ice" viele Gäste erwärmen und begeistern werden.
Die Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft in Dortmund ist um ein Highlight reicher: Im Wettbewerb der Damen kommt es zur Neuauflage des großen Dauer-Duells zwischen der Titelverteidigerin Michelle Kwan (USA) und der Russin Irina Slutskaja.
Die Weltmeisterin von 2002 und mehrfache Europameisterin aus Moskau litt an einer entzündlichen Erkrankung der Blutgefäße und konnte erst vor den russischen Meisterschaften im Januar wieder mit vorsichtigem Training beginnen. Sie wurde überraschend vom russischen Verband neben Elena Sokolowa und Viktoria Woltschkowa für die WM in Dortmund nominiert.
Geschichte machen wird im Damenwettbewerb Aadnya Borkar. Sie ist die erste Inderin, die bei einer Weltmeisterschaft starteen wird. Indien folgt damit China, das 1980, ebenfalls in der Dortmunder Westfalenhalle, seinen WM-Einstand gab. Insgesamt kämpfen bei den dritten in der Dortmunder Westfalenhalle ausgetragenen Weltmeisterschaften 135 Starter aus 44 Ländern um Medaillen und Plätze.
Das größte Feld stellen die Herren mit 45 Läufern, gefolgt von den Damen(42), Eistanz(29) und Paarlauf (19). Von den Titelverteidigern fehlen nur die kanadischen Eistänzer Bourne/Kraatz, die Profis geworden sind. Ihre Gr0ßen russischen Konkurrenten Lobatschewa/Awerbuch, die in Washington Silber gewannen, haben ihre Laufbahn beendet.
Ferner fehlen von den Medaillengewinnern aus dem vergangenen Jahr: Timothy Goebel aus den USA (Silber), der bei den Us-Meisterschaftenscheiterte, und der Japaner Takeshi Honda (Bronze) wegen Verletzung.
Die Vorfreude af die Weltmeisterschaften in Dortmund hat die deutschen Eiskunstläufer spürbar beflügelt.
"Es waren sicherlich noch keine Meilensteine, aber es gab kleine Schritte nach vorn", sagte Udo Dönsdorf, Sportdirektor der Deutschen Eiskunstlauf-Union(DEU), zum Abschluss der europäischen Titelkämpfe in Budapest vor knapp sechs Wochen.
Vor der Weltmeisterschaft in der Dortmunder Westfalenhalle konnte zumindest die Talfahrt der vergangenen Jahre gestoppt werden. Festmachen ließ sich dieser Trend an einem Selbstbewusstsein, das sich quer durch das ganze Team zog. Wo man in der Vergangenheit geradezu ängstlich auf Fehler wartete, strahlten die Programme diesmal eine Positive Aggressivität aus.
Auch DEU-Präsident Reinhard Mirmseker war dies nicht entgangen: "Man nimmt unsere Läufer wieder wahr, sie verstecken sich nicht mehr." Die bemerkenswertesten Fortschritte machten die Herren.
Nach zweijähriger Stagnation kämpfte sich der Erfurter Stefan Lindemann als Fünfter in die europäische Spitze, und da auch Routinier Andrejs Vlascenko auf den Rang sieben nicht enttäuschte, darf die DEU im kommenden Jahr erstmals seit 14 Jahren wieder drei Herren zur EM schicken.
"Es hat sich gelohnt, auch in einer schwierigen Phase nicht aufzugeben", formulierte Stefan Lindemann, Junioren-Weltmeister 2000, voller Stolz. Der dreifache Axel Routine, der vierfache Toe-loop kurz vor der Vollendung, dazu ein deutlich ansehnlicherer Laufstil-zumindest in Europa sollte der deutsche Meister in Zukunft mitmischen können. Um diesem Ziel noch schneller näher zu kommen, sind auch in diesem Sommer wieder Trainingslager mit ausländischen Spitzencoachs geplant.
Extrem profitiert vor derlei Hilfestellungen hat auch Annette Dytrt, die sich in der Damen-Konkurrenz im Vergleich zum Vorjahr vom 21. auf den 11. Platz verbesserte und viel mutiger als bei ihrem EM-Debüt 2003 auftrat.
"Ich bin seither eine ganz andere Läuferin geworden, die weiß, dass sie angreifen muss", erklärte die gebürtige Tschechin, die mit ein wenig mehr Losglück sicherlich Zehnte hätte werden können und damit der DEU zu einem zweiten EM-Startplatz für 2005 verholfen hätte.
Gefestigter als zuletzt präsentieren sich auch Eva-Maria Fitze und Rico Rex als Siebte der Paarlauf-Konkurrenz. Doch die psychische Verfassung der beiden Chemnitzer wird aufgrund der gesundheitlichen Probleme Fitzes (Essstörungen) immer labil bleiben, daher scheute sich Trainer Ingo Steuer, von einem grundsätzlich positiven Umschwung zu sprechen: "Für einen Trainer ist sie eine nicht leichte Herausforderung. Wenn aber die Leistung stimmt, ist alles viel einfacher."
Bei Kati Winkler und Rene Lohse hätte die Leistung in der ungarischen Hauptstadt sicherlich gestimmt, doch den sechsmaligen deutschen Eistanz-Meistern droht ein trauriges Ende ihrer langen Karriere. Lohse kann wegen eines Innenbandteilabrisses im rechten Knie derzeit nicht trainieren, für die WM in Dortmund wird die Zeit immer knapper.
Anlässlich eines Blitzbesuches in Budapest setzten sich die beiden Berliner selbst ein Deadline. Seit Anfang März nun stehen beide wieder auf dem Eis, denn , so Lohse: "Drei Wochen WM-Vorbereitung sind das Minimum", sagte der 30-Jährige, der zumindest gefestigter als eine Partnerin wirkte.
Winkler konnte ihre Niedergeschlagenheit nur schwer überspielen und bekannte offen: "Ich weiß nicht, ob wir die Kraft haben, es noch einmal zu schaffen." Adäquaten Ersatz gibt es jedenfalls noch nicht, denn EM-Novizen Christina und William Beier aus Dortmund, erst vor drei Wochen zu Trainer Martin Skotnicky nach Oberstdorf gewechselt, sind als 16. weit von der internationalen Spitze entfernt. Den Geschwistern, so die interne Kritik, fehel es insbesondere noch an dem für erfolgreichen Eistanz nötigen Temperament.
Nicht so souverän wie in den Vorjahren agierten in Budapest die dennoch die restlcihe Konkurrenz überragenden Russen, die diesmal durch Tatjana Totmianina und Maxim Marinin (Paarlauf) sowie Tatjana Nawka und Roman Kostomarow (Eistanz) "nur" zwei Titel holten. Weltmeister Jewgeni Pluschenko kassierte eine sensationelle Niederlage gegen den Franzosen Brian Joubert, bei den Damen setzte sich Lokalmatadorin Julia Sebestyen durch.
Die Weltmeisterschaften der Eiskunstläufer in Dortmund werfen ihre Schatten voraus: Nach der EM in Ungarn, bei denen es einige Überraschungen gab, müssen sich auch die Favoriten auf die WM-Titel warm anziehen.
Nachdem alle nationalen Titelkämpfe ihre Meister gefunden haben, die Grand-Prix-Serie beendet ist und auch die Europameisterschaften hinter den Athlethen liegen, wartet jetzt das internationale Großereignis auf die Kufenkünstler. Die EM im ungarischen Budapest hat mit einigen Überraschungen aufgewartet und gezeigt, dass sich die vermeintlichen Favoriten auch in Dortmund auf starke Konkurrenz gefasst machen müssen.
Nach seiner Niederlage bei der EM gegen den Überraschungs-Europameister Brian Joubert aus Frankreich und seinem zweiten Platz beim Grand-Prix-Finale in Colorado Springs hinter dem Kanadier Emanuel Sandho brennt Titelverteidiger Jewgeni Pluschenko auf Revanche. Mit zwei Vierfach-Sprüngen hatte Joubert in Budapest die Nase vorn. Auch in Dortmund wird der Franzose wohl wieder auf die Unterstützung von Olympiasieger Alexej Jagudin - in seiner aktiven Zeit ärgster Pluschenko - Rivale - zurückgreifen können.
Neben Joubert hat auch der amtierende US-Meister Johnny Weir für die Weltmeisterschaften in Dortmund einen Vierfach-Sprung angekündigt. "ich freue mich immer noch auf die WM", äußerte sich Pluschenko nach seinem zweiten Platz in Ungarn. "In Dortmund werde ich mich besser präsentieren", gibt sich der Vize-Europameister kämpferisch.
In der Damenkonkurrenz gilt es für die europäischen Topläuferinnen die amtierende Weltmeisterin Michelle Kwan vom Thron zu stoßen. Allerdings präsentierte die Überraschungs-Europameisterin Julia Sebestyen in ihrer Gold-Kür nur vier Dreifach-Sprünge, Silbermedaillen-Gewinnerin Elena Liaschenko aus der Ukraine zeigte derer sechs.
Beide hat die fünfmalige Weltmeisterin Kwan aber in dieser Saison bereits mehrfach besiegt. Aber auch EM-Favoritin Elena Sokolowa, die sich am Ende mit Platz 3 in Budapest begnügen musste, und Irina Slutskaja (beide Russland), die in Ungarn aufgrund ihrer angeschlagenen Gesundheit fehlte, werden bei der Vergabe der Medaillen in Dortmund ein Wörtchen mitreden wollen.
Im Paarlauf deutet sich ein weiteres Mal der Zweikampf zwischen den amtierenden Europameistern aus Russland, Tatjana Totmianina / Maxim Marinin, und den amtierenden Weltmeistern, den Chinesen Xue Shen / Hongbo Zhao, an. Im Oktober mussten die Chinesen bei der Skate Kanada zwar eine Niederlage hinnehmen, danach zeigten Shen / Zhao aber keine Schwäche mehr und siegten auch beim Grand-Prix-Finale in Colorado Springs.
Bei den Europameisterschften im Eistanz lagen die Russen Tatjana Nawka und Roman Kostomarow am Ende in der kür nur knapp vor Albena Denkowa und Maxim Staviyski.
In Dortmund werden die Bulgaren sicherlich erneut angreifen und versuchen, die Russen dieses Mal hinter sich zu lassen. Auch die US-Champions Tanith Belbin und Ben Agosto hoffen auf einen Platz auf dem Podium und die langersehnte Eistanz-Medaille für die USA.
Ottavio Cinquanta, Präsident des Eislauf-Weltverbandes ISU, rechnet damit, dass das in diesem Winter in der Grand.Prix-Serie erprobte neue Wertungssystem ab dem vorolympischen Winter 2004/2005 flächendeckend zum Einsatz kommen wird."Ich bin mehr als sicher, dass es dafür auf dem ISU-Kongress dei erforderliche Mehrheit geebn wird", sagte der Italiener am Rande der Eiskunstlauf-Europameisterschaften in Budapest.
Die neuen Wertungsvorschriften sehen eine nach oben offenen und additive Benotung vor, bislang gibt es einen Höchstwert von 6,0 Punkten. Jedes auf dem Eis gezeigte Element wird separat eingestuft. Bei derzeit 55 ISU-Mitgleidern ist auf dem Kongress im Juni im niederländischen Scheveningen eine Zweidrittel-Mehrheit erforderlich.
Die Abstimmung gilt als offen, von mindestens 10 Verbänden ist bekannt, dass sie am alten System festhalten wollen. Ausgangspunkt dieser Reformen war der olympische Paarlauf-Skandal von Salt Lake City. Dort hatte die französische Preisrichterin Marie-Reine les Gougne eingeräumt, vor ihrem Votum in der Paarlauf-Konkurrenz beeinflusst worden zu sein. Daraufhin hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC) entschieden in dieser Disziplin zwei Goldmedaillen zu vergeben.
Vor einem Jahr gingen sie mit ihrer Kürmusik "Waterworld" noch baden, diesmal tauchten Eva-Maria Fitze und Rico Rex in eine Woge der Glückseligkeit ein.
"Das war unsere beste Kür überhaupt. Ich fühle mich wunderbar und bin stolz, zwei Superkerle bei mir zu haben", sagte 21-Jährige nach dem siebten bei der Eiskunstlauf-EM in Budapest, der den deutschen Vize-Meistern das Ticket für die Welttitelkämpfe Ende März in Dortmund bescherte. Eva-Marias Superkerle standen daneben und freuten sich etwas leiser.
"Jetzt macht es richtig Spaß, an die WM zu denken", ergänzte Rex, und Trainer Ingo Steuer, Superkerl Nummer zwei, lobte sein Paar gemessen an sienem Naturell, geradezu überschwänglich:"Sie arbeiten hart an ihrer Stabilität, verbessern sich Schritt für Schritt und sind dafür belohnt worden."
Die beiden Chemnitzer werden nie soweit kommen wie ihr Coach, der mit Partnerin Mandy Wötzel Welt-und Europameister wurde, aber sie haben in der ungarsichen Hauptstadt dem deutschen Paarlauf wieder etwas Leben eingehaucht. Steuer selbst betreut in Chemnitz in Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy die deutschen Meister sowie in Nicole Nönning und Matthias Bleyer die deutschen Rekordhalter. Trainerkollege Knut Schubert arbeitet in Berlin mit der Dänin Mikkeline Kierkgaard und Norman Jeschke. "Das ist eine Konkurrenzsituation, die wir uns als Verband nur wünschen können", erklärte Udo Dönsdorf, Sportdirektor der Deutschen Eislauf-Union (DEU).
Die DEU-Förderkonzepte setzen ganz gezielt auf den Paarlauf; dort ist es wegen der mittelmäßigen internationalen Konkurrenz einfacher als in den anderen Disiplinen, schnell den Anschluss an die erweiterte Weltspitze zu finden. Voll und ganz auf Fitze/Rex verlassen kann und will sich die DEU nicht, zu labil ist dafür der Gesundheitszustand Fitzes, deren Essstörungen überwunden sind, jedoch jederzeit zurückkehren können. Die frühere Einzelläuferin realistisch: "Ganz geheilt ist man bei dieser Krankheit nie." Sportlicher Erfolg ist vermutlich hilfreicher als die bestgemeinte Therapie, obwohl die gebürtige Dachauerin in ihren Pauschal-Dank auch den Chemnitzer Psychologen Dr. Klaus Richter ausdrücklich einschloss.
Keinen psychologischen Beistand, aber die fachärztliche Behandlung durch Kniespezialisten aus Russland und den USA brauchten die alten und neuen Europameister Tatjana Totmianina und Maxim Marinin, um sich das dritte EM-Gold in Folge zu sichern. Die beiden Russen zogen damit mit ihrem Trainer Oleg Wassiliew gleich, dem an der Seite von Elena Walowa zwischen 1984 und 1986 das gleiche Kunsstück gelungen war.
"Deshalb bedeutet uns dieser Sieg besonders viel", sagte Tatjana, deren linkes Knie seit Wochen schmerzt. Inder Budapest-Arena reichte auch eine Kür mit reduziertem Schwierigkeitsgrad zum Sieg. Gegen die Weltmeister Xue Shen und Hongbo Zhao aus China ist das Duo aus St. Petersburg in dieser Verfassung allerdings chancenlos. Deshalb setzen Totmianina/Marinin alle Hoffnung auf eine kurze Trainingspause: "Bis zur Weltmeisterschaft werden wir uns noch etwas Ruhe gönnen.
Ein nicht ganz neuer, aber überraschender Name auf der Eiskunstlauf-Landkarte lässt die Spannung vor dem Herren- Wettbewerb der WM in Dortmund steigen. Der Franzose Brian Joubert holte sich nämlich bei den Europameisterschaften in Budapest sensationell die Goldmedaille, er siegte vor Titelverteidiger Jewgeni Pluschenko aus Russland. Stefan Lindemann aus Erfurt wurde Fünfter.
Jewgeni Pluschenko, der Weltmeister aus St. Petersburg, hat die sicher geglaubte Goldmedaille bei den EM nach einer durchwachsenen Kür mit Höhen und Tiefen an den letztjährigen Vize-Europameister aus Frankreich, Brian Joubert, verloren. Bronze holte sich Ilja Klimkin aus Russland. Das interne deutsche Duell um die Startberechtigung für die Welttitelkämpfe in Dortmund entschied unterdessen der Erfurter Lindemann gegen Andrejs Vlascenko für sich
Vor 5500 Zuschauern in der Budapest-Arena lief Lindemann noch auf den fünften Platz, Vlascenko wurde siebter. Doch noch größer war die Enttäuschung für den Abonnement-Meister pluschenko, der offensichtlich unter starken Kniebeschwerden litt und gleich zweimal stürzte. Den Nachteil, schon in der vorletzten Startgruppe auf das Eis zu müssen, glich der ehemalige Junioren-Weltmeister Lindemann mit einer kömpferisch , aber auch künstlerisch überzeugenden Leistung aus. Obwohl die Kombination aus vierfachem und dreifachem Toe-Loop gleich zu beginn total missriet, fing sich der Thüringer schnellund spulte den Rest seines Programms beinahe fehlerfrei ab.
"Bei der Kombination war ich zu langsam im Anlauf. Schade, denn beim Einlaufen klappte noch alles", erklärte der Deutsche Meister anschließend seinen Patzer. Von den Preisrichtern fühlt sich der 23 Jahre alte thüringer gerecht bewertet, die Noten gingen bis zu 5,6 Punkten hinauf. Vlascenko fehlte bei seiner kür das Tempo und die Klasse bei den Sprungkombinationen. Der gebürtige Russe musste am Ende mit Rang sieben zufrieden sein. In seinem letzten Wettkampf überhaupt sicherte er der Deutschen Eislauf-Union (DEU) immerhin noch den dritten Startplatz bei den europäischen Titelkämpfen 2005 in Turin.
Es ist die garantiert coolste City-Aktion des Jahres: "Dortmund on Ice". Schlittschuhlaufen, Eishockey und Curling auf dem Alten Markt.
Ein heißkalter Spaß und mit Sicherheit die rasanteste - ein wenig Talent vorausgesetzt sogar die eleganteste - Art und Weise, einen Einkaufsbummel zu beenden. Vom 18. bis zum 28. März gestatten wir uns, was für eine seriöse Tageszeitung sonst absolut Tabu ist. Wir führen Sie aufs Glatteis.In allerbester Absicht. Und deshalb sind wir sicher: Es wird Ihnen auch noch gefallen. Wetten, dass...?
Meteorologisch geht in Dortmund derzeit alles drunter und drüber. Eigentlich hat am 1. März der Frühling begonnen. Nur hat das niemand bemerkt. Denn er kam gut verkleidet in einem Mäntelchen aus Schnee und Eis. kalendarisch hält der Lenz am 21. März Einzug. Einen Tag bevor mit der Eiskunstlauf-WM in der Westfalenhalle der Winter noch einmal nach Dortmund zurückkehrt. In der City wiederum beginnt schon am 18. März die neue Eiszeit.
Dann wird die Eisfläche auf dem Alten Markt zum Schlittschuhlaufen freigegeben. Dann steigt das Schaulaufen für jedermann, die Kür der Singles und Paare, der "Holiday on Ice" vom Alltag. Und das Motto lautet: Hui-schöne Ferien! Beim Familienlaufen, beim freien Laufen und bei den Afterwork-Partys (Termine und Zeiten siehe Eisbahn-Programm) gehört die Bahn den Bürgern. Lediglich die Vormittage sind für Kindergartengruppen und Schulklassen reserviert - und einige Nachmittag-Termine für Sonderaktionen und prominente Gäste.
Bauherr und Betreiber der knapp 1000m² großen mobilen Eisfläche ist das Berliner Unternehmen Bergmann. Möglich gemacht wird die Aktion im Rahmenprogramm der WM von vier Partnern:
Uwe Draber ist geschäftsführer bei Bergmann. Einer im Blaumann statt Krawatte. Ein echter Berliner, die "Schnauze" inklusive. Eigentlich baut Drabers Firma Bierzelte und betreibt sie Gastronomisch. Im Sommer brummt das Geschäft. "Aber für den Winter brauchten wir noch was", sagt der 42-Jährige. Die Idee: mobile Eisflächen.
Die Eisfläche auf dem Alten Markt: Ein Projekt, das auch vor der Eröffnung schon imponiert. Durch Technik und Zahlen. 360 Schlauchmatten werden ausgelegt, jede einzelne 20 Meter lang und durchzogen von 8 Schläuchen. Macht unglaubliche 57,6 Kilometer. Ein ganz schöner Schlauch.
Gefüllt werden sie mit 3000 Litern Glykol-Wasser-Gemisch, geflutet von rund 10 000 Litern Wasser. Die erstarren zu einer 8 bis 10 zentimeter dicken, mit Schittschuhen bestens befahrbaren Eisschicht. Weitere rund 1000 Liter Wasser pro Tag werden für die Aufbereitung der Fläche benötigt. Rund sechs bis sieben Kubikmeter Eis wird die Maschine pro Tag abhobeln - ein Container voll. Der Energieverbrauch bei normaler Witterung beträgt täglich rund 1500 Kilowattstunden. je höher die Außentemperaturen, desto höher der Energieverbrauch. Echte Probleme bereitet die Witterung aber nur dann, wenn isch ungewöhnlich hohe (Nacht-) Temperaturen mit anhaltendem regen zum Eiskiller verbünden.
Beim letzten "Testlauf" für die Dormtunder WM hat die ungarische Lokalmatadorin Julia Sebestyen ihrem Publikum zum Abschluss der Eiskunstlauf-Europameisterschaften in Budapest den Titel in der Damen-Konkurrenz geschenkt.
Die schon nach dem Kurzprogramm führende Studentin präsentierte eine nahezu fehlerfreie Kürzu tangoklängen und forderte damit den Beifall der 7000 Zuschauer heraus. Elena Liaschenko aus der Ukraine holte sich die Silbermedaille, Rang drei ging an die Letztjährige Vize-Europameisterin Elena Sokolowa (Russland). Als Elfte qualifizierte sich die deutsche Meisterin Anette Dytrt aus München für die Weltmeisterschaften in Dortmund.
Die neue Titelträgerin profitierte bei ihrem Triumph allerdings vom Fehlen von Irina Slutskaja. Die ehemalige Weltmeisterin musste ihre Teilnahme wegen einer langwierigen Viruserkrankung absagen. Wenige Tage vor dem WM -Startschuß nominierte der russische Verband seine Vorzeigeläluferin nun doch für die Titelkämpfe. Im Schatten der Medaillengewinnerinen gelang Dytrt eine bemerkenswerte Steigerung. Nach Rang zwölf im Kurzprogramm konnte sich die deutsche Rekordhalterin in der Kür noch um eine weitere Position verbessern. Sie verfehlte damit nur knapp einen Platz unter den ersten Zehn, der der Deutschen Eislauf-Union (DEU) einen zweiten Startplatz für die EM 2005 beschert hätte. Noch im vergangenen Jahr hatte die 20-Jährige mit einem 21. Platz bei den europäischen Titelkämpfen enttäuscht und war daraufhin nicht mehr für die WM nominiert worden.
"Jetzt gehöre ich schon ein bisschen dazu, im nächsten Jahr möchte ich weiter nach vorne kommen und mehr schwierige Sprünge zeigen", sagte Dytrt, die dennoch ohne große erwartungen zur WM nach Dortmund reist: "Da bin ich ein neuling und werde einfach nur versuchen, mein Bestes zu geben." Auch DEU - Sportdirektor Udo Dönsdorf war mit seinem Schützling weitgehend zufrieden: "Annettes Laufstil ist sehr schön und sie ist auch psychisch stabiler geworden. Im bereich der technischen Schwierigkeiten allerdings muss sie noch zulegen." Doch dies weiß auch Dytrt, die nach ihrer Kür ankündigte: "Vielleicht springe ich schon den Rittberger dreifach."
Norbert Schramm und die Westfalenhalle: Eine Liebe auf den zweiten Blick.
Denn die erste Erinnerung des gebürtigen Nürnbergers, der 1983 als bis heute letzter deutscher Eiskunstläufer Europameister wurde, in Dortmund natürlich, ist eher kurioser Art.
"Ich bin in Dortmund die einzige Elf-Minuten-Kür meiner karriere gelaufen", erzählt Schramm. 1978 war das, bei den Deutschen Meisterschaften. "Ich hatte nach etwa drei Minuten einen kurzen Stopp in der Musik." Prompt habe der Techniker das Band zurücklaufen lassen. Die Schiedsrichterin pfiff nicht ab, Schramm lief folgerichtig weiter. "Irgendwann ging die Musik wieder an. Mittendrin versteht sich." einigermaßen irritiert verließ der damals 18 - Jährige das Eis. er schnappte noch nach Luft, da habe ihm jemand mitgeteilt: "Du darfst am Ende der Gruppe noch einmal laufen." Alles in allem elf Minuten.
Karl Heinz Kleimeier, Vorsitzender des ERC Westfalen Kunstlauf und des Fachverbandes Eissport im Stadt-SportBund erinnert sich genauer. Seine Schilderung: "Die Musikanlage wurde damals von zwei Trainerinnen des ERC Westfalen bedient: Angela Völker und Marlis kleimeier. Norbert Schramm stürzte mehrfach. Nach einem weiteren Sturz riss er die Arme nach oben. Für die beiden Damen sah das so aus, als sei der Vortrag beendet. Sie stoppten die Musik. Norbert lief weiter, die Musik setzte and der falschen Stelle wieder ein. Irgendwann hatte die Schiedsrichterin, Frau Schichtl, Mitleid und beendete den Vortrag. Norbert durfte 'wegen technischer Probleme' noch einmal aufs Eis. Er lief eine fehlerfreie Kür."
Seinen Frieden mit der Westfalenhalle machte Schramm fünf Jahre später, bei der Europameisterschaft 1983. "Damals durfte ich in der Nacht vor dem ersten offiziellen Training das Pflichtprogramm laufen. Wie ich da so stand, ganz allein in dierser riesigen, leeren Arena, war das Eis gebrochen." Wenige Tage später war Schramm Europameister. Die Westfalenhalle ist seither sein "Wohnzimmer"
Sie waren das Traumpaar der frühen fünfziger Jahre im Eiskunstlauf - ein Paar ohne Affären und Skandale: Paul Falk und Ria Baran.
"Für uns war es fast anrüchig, Profis zu werden. Wir hatten ja eine so edle Vorstellung vom Sport", erinnert sich der heute 82-Jährige und noch immer bewundernswert agile Dortmunder, der sich mit Tennis, Golf und Radfahren fit hält. "Wenn ich Fußball gespielt hätte, wie meine Freunde vom Borsigplatz, August Lenz, Max Michallek oder Pat Koschmieder, wäre ich sicher in der Nationalelf gelandet."
Doch Paul Falk wandte sich Roll - und Eiskunstlauf zu. Er sollte es nicht bereuen. An der Seite seiner Partnerin und späteren Ehefrau Ria Baran, die 1986 verstarb, wurde der Dortmunder, der heute in Queidersbach nahe Kaiserslautern zu Hause ist, 1952 Olympiasieger in Oslo, holte auf Kufen zwei Welt- und zwei Europameisterschaften, gewann auch auf Rollen WM- und EM-Gold.
Auch wenn "mein Dortmund von damals völlig verschwunden ist" (Falk ging mit 19 Jahren nach Berlin, dann nach Düsseldorf), sind die Erinnerungen lebendig, besonders an den Auftritt zur Wiedereröffnung der Westfalenhalle am 2. Februar 1952, wo das Paar, von Beifall umtost, die Kür präsentierte, die ihnen 20 Tage später Olympia-Gold bescheren sollte.
Ein halbes Jahr später glitt das Vorzeige-Paar bei Holiday on Ice übers Dortmunder Eis, "29 ausverkaufte Vorstellungen in Folge, das wäre heute wohl nicht mehr denkbar". Doch es sollte sich lohnen für Paul Falk und seine Ria. 2000 US-Dollar Wochenlohn und 30 000 fürs gesamte Engagement waren 1952 mehr als eine Lebensversicherung. Falk: "Wir haben davon am Knappenberg ein Acht-Familienhaus gekauft. Das war doch auch nicht schlecht."
"Die Weltmeisterschaft in Dortmund war einfach wunderbar. Ich war wenige Wochen zuvor in Innsbruck Olympiasieger geworden. Der Druck bei der WM im eigenen Land war enorm. Schon Platz zwei wäre eine Schande gewesen. Aber mir konnte in dieser phantastischen Halle überhaupt nichts passieren. Das Publikum hat mich auf einer Woge der Euphorie getragen."
Wenn Manfred Schnelldorfer von der Westfalenhalle erzählt, dann stets mit Gänsehaut. "Es hat immer großen Spaß gemacht, dort zu laufen. Das Publikum ist einfach toll mitgegangen."
Ganz besonders natürlich 1964, als Schnelldorfer als frisch gebackener Olympiasieger an den Rheinlanddamm kam. "Als ich das Eis betrat, tobte die Arena. Mein Vorsprung aus der Pflicht war so komfortabel, dass ich mir sogar einen Sturz hätte erlauben können."
Doch Schnelldorfer stürzte nicht. Seine Sprünge stand er traumhaft sicher. Allen voran seinen Paradesprung, den Doppel-Axel. "Der hatte so viel Höhe, dass ich ihn damals schon dreifach trainierte", erinnert er sich.
Vor seiner Kür war Schnelldorfer mal wieder wie vom Erdboden verschluckt gewesen. Sein Vater Karl wartete mittags um 13 Uhr vergeblich auf ihn. Statt zum Abschlußtraining zu kommen, ging der Sohn allein und seelenruhig im Romberg-Park spazieren.
Nach seiner Kür tat Schnelldorfer, was er am liebsten tat. Er schaute sich den Vortrag seines Freundes und Rivalen Alain Calmat an, dessen Laufstil der Deutsche genoss. An jenem Abend in der Westfalenhalle ganz besonders. "Denn bei mir hatte alles geklappt, und ich wusste: Alain kann laufen, was er will - gewinnen kann er nicht mehr."
Nach der Siegerehrung tröstete er den Franzosen, der schon in Innsbruck mit Silber hatte Vorlieb nehmen müssen. "Er war maßlos enttäuscht. Aber wir sind zusammen essen gegangen, haben geredet. ganz selbstverständlich. Diese Erinnerungen gehören für mich zu Dortmund 1964 dazu wie die Goldmedaille", so Schnelldorfer.
"Wenn die Leute in tausend Jahren über Eiskunstlauf reden, dann reden sie noch über Peggy Fleming", sagte Michelle Kwan einmal.
In dem Buch "Sternstunden des Eiskunstlaufs" werden 19 unvergessliche Stars vorgestellt, die ihrem Sport neues Terrain erschlossen haben. Auf dem gebiet der Athletik zum Beispiel Dick Button mit seinem ersten Dreifachsprung. Künstlerisch Peggy Fleming oder auch Katarina Witt und Michelle Kwan, die als Lieblinge und Massenmedien einer vergleichsweise kleinen Sportart zu großen Schlagzeilen verhalfen.
"Sternstunden des Eiskunstlaufs" ist nicht nur Eiskunstlauf-geschichte, es ist auch Biografie und pure Emotion. Autor Uwe Prieser, einst redakteur beim Weserkurier, kennt beinahe alle Protagonisten persönlich. Er hat ihre großen Momente entweder miterlebt, oder sie sich von ihnen erzählen lassen.
Außer Portraits von Eiskunstläufern schreibt er Romane. Seine Reportagen sind mehrfach mit Preisen ausgezeichnet worden, unter anderem mit dem renommierten Egon-Erwin-Kisch-Preis.
Gleichzeitig ist er Pressesprecher der Deutschen Eislauf-Union.
Der Leser spürt förmlich, dass dieses Buch nicht nur Teil der Profession Priesers ist - es ist ein Stück Herzensangelegenheit und Bewunderung für Anmut und Ästhetik des Eiskunstlaufens. "Als ich jung war", sagt der Autor, "habe ich mir meine Freundinnen immer unter den Rollkunstläuferinnen ausgesucht". Durchaus ungewöhnlich, denn Prieser selbst rang nie um eine perfekte A- und eine bewundernswerte B-Note. Er kennt nicht den Schmerz beim Einlaufen eines neuen Schlittschuhs. Prieser kommt vom sturen Kampf gegen die Uhr: "Ich war Radrennfahrer", erzählt er beinahe entschuldigt. Und schränkt dann ein:"Aber ich habe immer gerne getanzt, mich zu Musik bewegt." Prieser ist Ästhet.
Sein Buch beginnt mit Sonja Henie, der ersten wirklichen Künstlerin auf Schittschuhen und führt zu den ersten Vierfachspringern kurt Browning und Miki Ando. Es endet schließlich mit der bezaubernden Michelle Kwan und dem Paar Xue Shen / hongbo Zhao und ihrer magischen Turandot - Kür bei der WM vor einem Jahr in Washington.
Selbst das Duell zwischen Kilius/Bäumler und den Protopopows wird in den Sternstunden noch einmal lebendig. Sie erfahren, welche Bedeutung der Violinunterricht für Peggy Flemings Eislaufen hatte, wie Irina Rodnina selbst über die Musik triumphierte, wie Jayne Torvill und Christopher Dean den Bolero entdeckten oder weshalb Toller Cranston im Eiskunstlauf seine Bestimmung entdeckte. Der Tänzer John Curry erzählt von seinem schwersten Kampf - den gegen seine Füße. Und die unvergleichliche Springerin Midori Ito verrät ein Geheimnis. Sie hatte immer Angst vor den Sprüngen.
Sie sieht für den normalsterblichen schon schwer nach Muskelzerrung aus, machte ihre Erfinderin aber durch die Namensgebung "unsterblich" im Eiskunstlauf: Die Biellmann - Pirouette, von der Schweizer Welt- und Europameisterin von 1981 aufgenommen und in Perfektion vorgeführt.
Denise Biellmann, heute 41 Jahre alt, wechselte anschließend zur Revue - wen wunderts?
Was ist die Biellmann-Pirouette? Eine Überkopf-Pirouette, bei der die Läuferin (oder der Läufer, was seltener vorkommt) das linke Bein über Kopfhöhe streckt und den Schlittschuh mit beiden händen hochzieht, während der Körper in hoher Frequenz um die eigene Achse rotiert.
Diese Figur ist aus dem Ballett entlehnt, sie wurde erstmals 1974 von der Schweizerin K.Iten nach dem Vorbild eines russischen Ballettmeisters gezeigt, ehe sich Landsfrau Biellmann der Pirouette annahm - und sie schließlich in der weltbekannten Form zur Perfektion brachte.
Wer mit Eiskunstlauf nichts anfangen kann, ist an der Eisbahn trotzdem nicht verkehrt. Es gibt auch andere Angebote.
Der Eishockey-Club Dortmund stellt am Montag, 22.März die Trainingsentwicklung eines Eishockeyspielers vor: In der Laufschule trainieren Anfänger ab sechs Jahren zunächst, bis sie auf dem Eis stehen können. Es folgen Geschicklichkeitsübungen in kleinen Parcours, bei denen schon Geschwindigkeit gefragt ist. Anschließend folgen Spiele gegeneinander. Am Mittwoch, 16. März, 16 Uhr wird ein Schnuppertraining für Jedermann angeboten: Laufschule und Geschicklichkeitsübungen mit den trainern des EHC Dortmund. Teilnehmen können Interessierte ab 6 Jahren, gerne auch Mädchen. Mitbringen sollten sie Fahrradhelm und Handschuhe und falls vorhanden auch Knie- und Armschützer.
Bei der deutschen Meisterschaft stellte der Eisstock-Club Dortmund den besten Weitschützen außerhalb Bayerns. Und die bundesligamannschaft kann sich mit ihren Erfolgen ebenfalls sehen lassen. Wer es selbst einmal probieren will, hat die Chance bei zwei Mitmachaktionen an dem Samstagen 20. und 27. März, jeweils um 11.30 Uhr auf dem Alten Markt. Einfach hinkommen und sich von den Trainern die Geheimnisse des Eisstockschießens erklären lassen.
Der Eiskunstlauf-Nachwuchs wird in Dortmund von den besten Trainern betreut, die sich die jungen Künstler wünschen können. Zu ihnen zkählt Marina Kielmann, die mehrfach allein oder mit Kindergruppen auf der Eisbahn Alter Markt zu sehen sein wird. Autogramme gibt sie am Samstag, 20. März, 14 Uhr im Karstadt Sporthaus
Kindergartengruppen, die von den Dortmund-on-Ice-Veranstaltern eine Einladung zum Eislauf bekommen haben, werden von den Trainern des ERC Westfalen Kunstlauf Dortmund betreut. Zum Beispiel Julia gnilozoubova und Oleg Ryjkin, die die Eistänzer Christina und William Beier und das Eiskunstlauf-Paar Rebecca Handke und Daniel Wende zu internationalen Erfolgen geführt haben. Am 23. und 26. märz jeweils gegen 16 Uhr zeigen junge ERC-Läufer, was sie gelernt haben, übrigens auch Teilnehmer der Deutschen Jugendmeisterschaften, die ab 31. März in Dortmund stattfinden. Am Donnerstag, 18. März, laufen sie gegen 15.45 Uhr auf, bevor Oberbürgermeister Dr. Gerhard Langemeyer die Eisbahn ganz offiziell eröffnen wird.
Prominente Eisläufer: Es sind viele bekannte und beliebte Eisläufer in der Stadt, die sich die Weltmeisterschaften in der Westfalenhalle ansehen wollen. Eine Chance, sie zu treffen, gibt es auch mitten in der City: an der Eisbahn auf dem Alten Markt. Neben Hans-Jürgen Bäumler, Dagmar Lurz, Jan Hoffmann, Manfred Schnelldorfer und Marina Kielmann werden noch viele weitere Eis-Stars erwartet, die als Olympiasieger, Welt-, Europa- oder Deutscher Meister gefeiert wurden und einfach die Eisbahn besuchen wollen, aber auch gerne Autogramme geben werden. Auf den Sonderseiten der Ruhr-Nachrichten zur Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft werden ihre Besuche angekündigt, wenn sie früh genug feststehen. Es wird aber auch Überraschungsgäste geben. Ein Besuch lohnt sich also.
Tee trinken und gewinnen: Schöffel und Karstadt kommen am Freitag und Samstag, 27. und 28. März, jeweils von 12-18 Uhr mit einem Glücksspiel auf die Eisbahn. Es wird Tee aus Bechern ausgeschenkt, die sehr gewinnbringend sein können. Falls Sie zu den Glücklichen zählen, die am Grunde ihres Bechers eine Zahl entdecken, können sie sich im Karstadt-Sporthaus in der 3. Etage am Schöffel-Stand melden und ein kleines Geschenk abholen, mit etwas Glück sogar attraktive Fleece-Kleidung.
Die "abgefahrensten Schittschuhe":Gesucht werden von Radio 91,2 Dortmunds abgefahrenste Kufengleiter. Je älter oder abgenutzter sie sind, desto größer ist die Chance, dass sie von Karstadt Sport gegen ein Paar neuer Schlittschuhe eingetauscht werden. Eine Jury, deren fachkundiges Mitglied Marina Kielmann sein wird, sucht das Gewinnerpaar aus. Bringen Sie also ihre alten Schlittschuhe am Samstag, 20. März, zwischen 12 und 14 uhr zum Ruhr-Nachrichten-Stand an der Eisbahn. Die Entscheidung wird gegen 15 Uhr bekannt gegeben. Übrigens: Ihre "Alten" dürfen und sollten - Sie hinerher wieder mitnehmen.
Radio 91,2 - Übertragungswagen: Wenn Sie immer schon sehen wollten, wie das Radio arbeitet, kommen sie an den Samstagen, 20. und 27. März zur Eisbahn auf dem Alten Markt. Von 11 Uhr bis17 uhr steht ein Übertragungswagen des Lokalfunks an der Bahn, und ein Moderator des Senders wird die Aktionen auf dem Eis begleiten.
Feuer und Eis: Gegensätze ziehen sich an - und können zu einem faszinierenden Ganzen verschmalzen. Karstadt Sport hat zwei Feuerkünstler eingeladen, die ein atemberaubendes Spektakel versprechen. Gefährlich schöne Feuertänze werden die Zuschauer in ihren Bann ziehen. Zu sehen am Samstag, 27. März, um 18, 20 und 22 Uhr.
Schausteller laden ein zum Besuch: Nicht nur die Eisbahn ist einen Besuch wert. Viele attraktive Stände warten auf die Besucher, die sich mit einem Imbiß stärken oder etwas trinken wollen. An der Reinoldi-Kirche bauen die Schausteller sogar eine kleine Ladenstadt unter dem Motto "Dortmund on Ice" auf mit Reibekuchen, Crepes, Mandeln, Pizza....Für die kleinen Besucher drehen sich zwei Kinderkarussells.
Zehnmal die 5.9 - je fünfmal in der A- und B-Note: Das war Gold für Marika Kilius und Hans-Jürgen Bäumler 1964 in Dortmund.
Ihr zweites WM-Gold in Folge. Nachdem das deutsche Traumpaar wenige Wochen zuvor seinen großen Traum vom Olympiasieg hatte begraben müssen. Geschlagen von Ludmilla Belousowa / Oleg Protopopow.
"Uns war klar, dass ganz Deutschland vor dem Fernseher sitzen würde, um uns siegen zu sehen", erinnert sich Marika Kilius. "Als wir aufs Eis kamen, tobte die Halle. Und nach unserem spektakulären Kür-Beginn war die Hölle los."
Mama Kilius hatte vor der WM sogar übersinnliche Kräfte bemüht. "Sie ist zu der Buchella gefahren, das war damals die Hellseherin schlechthin. Sie hat gefragt, ob wir Weltmeister werden. Ein paar Tage später kam ein Telegramm. Meine Mutter las vor. 'Bitte nicht laufen, die Sterne stehen nicht gut'. Und ich sag: Zeig das bloß nicht dem Jürgen! Mir ist völlig wurscht, was die sagt. Wir laufen und gewinnen."
Also liefen sie. Und gewannen. Obwohl Belousowa/ Protopopow nach der Pflichtkür mal wieder führten. Und obwohl hans-jürgen Bäumler, der ursprünglich gar nicht mehr in Dortmund hatte antreten wollen, vor der Kür aufgeben wollte.
Sie liefen, das Publikum raste, die Preisrichter zogen zehnmal die 5,9. Doppelt so oft wie für die russischen Rivalen. "Wenn man auf die Noten wartet, denkt man immer, hoffentlich geht es gut. Aber ich war sicher, dass wir gewonnen hatten", erinnert sich Marika Kilius. "Die Preisrichter wären sonst auch gar nicht mehr lebend aus diesem Hexenkessel herausgekommen."
Versteigerungen: Die Organisatoren der Eiskunstlauf - WM haben sich einem ehrgeizigen Projekt verschrieben - alle Teilnehmer der diesjährigen Weltmeisterschaften sollen sich mit ihrer Unterschrift auf der offiziellen WM-Fahne verewigen. Die dadurch einzigartige und wertvolle Fahne soll dann nach Ende der Wettkämpfe für einen guten Zweck versteigert werden. Auch der Maler Michael Öffler, der das offizielle Logo der WM geschaffen hat, stellt eines seiner Gemälde zur Verfügung.
Ehemalige Medaillengewinner bei der WM: Das Organisations-Komitee der WM in Dortmund hat alle ehemaligen deutschen Medaillengewinner bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften zu den WM-Titelkämpfen vom 22. bis 28. März nach Dortmund eingeladen. Bereits jetzt liegen viele Zusagen vor, unter anderem von Marika Kilius/Hans-Jürgen Bäumler, Manfred Schnelldorfer, Katarina Witt (die auch für die ARD als Kommentatorin arbeitet), Angelika und Erich Buck und viele andere.
Jutta Müller in der "Hall of Fame"> Die Chemnitzer Trainerin Jutta Müller gehört zu den Auserwählten, die in die "Hall of Fame" des Eiskunstlaufs aufgenommen werden.
Damit werden die außergewöhnlichen Leistungen der 75-Jährigen gewürdigt. Mit einem Foto wird Jutta Müller in der Ruhmeshalle des Welt-Eiskunstlauf-Museums in Colorado Springs (USA) verewigt. Die offizielle Ehrung erfolgt gemeinsam mit den Ausnahmeläufern Toller Cranston (Kanada) und Midori Ito (Japan) während der Weltmeisterschaften in Dortmund.
Jutta Müller gilt als die erfolgreichste Eiskunstlauf-Trainerin der Welt.
Ihre Schützlinge, darunter Katarina Witt, Anett Pötzsch, Gaby Seifert und Jan Hoffmann, erkämpften insgesamt 57 Medaillen bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften.
"Kleine Medaillen": Auf dem ISU Kongress 2000 verabschiedet und seit 2001 bei allen ISU Meisterschaften durchgeführt, erhalten die drei Erstplazierten nach dem Kurzprogramm bzw. nach dem Originaltanz die sogenannten "Kleinen Medaillen". Sie werden vom Schiedsrichter in einer kleinen Zeremonie vor der Auslosung der jeweiligen Kür überreicht.
Spenden der ungewöhnlichen Art: Während der Eiskunstlauf - Weltmeisterschaften in der Dortmunder Westfalenhalle werden in allen Umkleide-kabinen große Behälter für die Plüschtiere und kleinen Geschenke aufgestellt, die die Eislauf-Fans traditionsgemäß ihren Favoriten nach deren Vortrag aufs Eis werfen. Läufer, die nicht alles mit nach Hause nehmen wollen, können damit aber auch Freude schenken. Laut Aussage von OK-Chefin Ingrid-Charlotte Wolter soll der Inhalt der Behälter nach Ende der Welttitelkämpfe an Kinder verschiedener Krebsstationen verschenkt werden.
Empfang der WM-Organisatoren 2005: Am Samstag, 27.März, laden die Ausrichter der Weltmeisterschaften 2005 in Moskau zu einem Empfang im "Goldsaal" der Westfalenhallen.
Einladung für ehemaligen IOC-Präsidenten: Die Organisatoren der WM 2004 in Dortmund haben nicht nur alle ehemaligen deutschen Medaillengewinner zu den Welttitelkämpfen eingeladen, sondern auch den früheren IOC-Präsidenten Juan Antonio Samaranch.
Doping-Kontrollen: Laut ISU-Reglement werden nach jedem Wettbewerbsteil Doping-Kontrollen bei den Läufern auf den Plätzen 1 bis 4 sowie einem weiteren Athleten (per Los) vorgenommen. Für die Wettbewerbe im Paarlauf und Eistanz gelten die gleichen Regeln, ausgelost wird hier jedoch, ob der männliche oder weibliche Partner kontrolliert wird.
Kartenvorverkauf ausgesprochen positiv: Die Organisatoren der Eiskunstlauf-WM können sehr zufrieden sein mit dem bisherigen kartenvorverkauf für die Wettbewerbe in den Dortmunder Westfalenhallen .
Bereits über 70 Prozent der insgesamt zur Verfügung stehenden Tickets sind verkauft. Für das Schaulaufen sind nur noch einige wenige Karten erhältlich, etwas besser sieht es für Eiskunstlauf-Fans jedoch bei der Eröffnungsfeier mit einem besonderen Showprogramm sowie dem Kurzprogramm der Paare aus.
Wenns gut läuft im Leben, schließt sich irgendwann der eine oder andere Kreis. Im Leben von Dagmar Lurz-Prott ist vieles , das allermeiste, vielleicht sogar alles gut gelaufen
Das sich mit der Eiskunstlauf-Weltmeisterschaft 2004 ein Kreis für sie schließen würde, wie einst eine perfekt ins Eis gekratzte Pflichtfigur, das hätte die ehemalige Weltklasse-Läuferin aus Dortmund allerdings nicht gedacht. Jedenfalls nicht im Frühjahr 1980. Als sie ihre Laufbahn beendete, die Schlittschuhe an den Nagel hängte, gerade 21-Jährig - und drei Kreuze machte, dass es endlich vorbei war.
1980 - es war das Jahr der Dagmar Lurz. In jeder Hinsicht. Genauer noch: 1979/80 - das war ihre Saison. Ihre letzte, "das stand für mich schon lange fest", erinnert sich die heute 46-Jährige. Eine olympische. Womit der Saisonhöhepunkt vorgegeben war. Mehr noch, der Karrierehöhepunkt. Es war aber auch die Saison, die mit der Weltmeisterschaft in der Heimatstadt enden sollte. In Dortmund, in der Westfalenhalle, im Tempel des Eiskunstlaufs.
Noch ein Höhepunkt ganz hintendran. Das Sahnehäubchen obendrauf. Aber auch ein riesiges Problem."Sich nach Olympia noch einmal zu motivieren, war so unglaublich schwer", sagt sie - und sagt schmunzelnd:"Zumal zwischendurch auch noch NRW-Landesmeisterschaften waren." Basisarbeit gewissermaßen.
1979/80, diese Saison, die für Dagmar Lurz so grandios verlaufen sollte, sie hatte unterirdisch begonnen. Bei den Deutschen Meisterschaften stand sie in der Kurzkür völlig neben den Kufen. "Da wollte ich schon alles hinwerfen. Einfach so, aus einer spätpubertären Anwandlung heraus." Olympia, egal?! WM-Heimspiel, na und?! Es bedurfte einiger Überzeugungs- und Überredungskünste, um der 21-Jährigen Dortmunderin klar zu machen, dass all die Arbeit umsonst gewesen wäre. Dann kam die Kür bei der DM. "Das war ein absoluter Kick". Und alles wurde gut.
Dagmar Lurz wurde Meisterin. Zum vierten mal in Folge. Bald darauf wurde sie in Göteborg Vize-Europameisterin. Ebenfalls zum vierten Mal hintereinander und zum vierten mal geschlagen von Anett Pötzsch, der Eisfee aus Karl-Marx-Stadt. Heute Chemnitz, damals DDR. Kalter Krieg. Ein eiskaltes Verhältnis. "Wir haben oft die Kabine miteinander geteilt", erinnert sich Dagmar Lurz. Auch bei der WM in Dortmund. "Aber geredet haben wir kein einziges Wort miteinander. Niemals. In all den Jahren nicht."
Das Eis zwischen den Rivalinnen von einst schmolz erst 2001 bei den 100. Deutschen Meisterschaften in Berlin. Anett Pötzsch-rauschenbach inzwischen trainerin beim sächsichen Landesverband - Dagmar Lurz-Prott Wertungsrichterin. "Klar", sagt die Dortmunderin heute, "wäre ich auch gerne einmal Europameisterin geworden." Aber irgendwann habe sie sich "daran gewöhnt, dass es da eine gibt, die besser ist."
Die auch in Lake Placid einen Tick besser war. Bei den Olympischen Winterspielen der großen Emotionen und noch größeren Helden: Eric Heiden, der amerikanische Eisschnellläufer, triumphiert auf allen fünf Strecken von 500 bis 10 000 Meter. Thomas Wasberg, der schwedische Ski-Langläufer, distanziert den finnischen Hühnen Juha Mieto über 15 Kilometer um die Lächerlichkeit einer Hundertstelsekunde und teilt später die Medaille mit ihm.
TV-Kommentator Bruno Morawetz stellt die legendäre Frage: "Wo ist Behle?" Und ein nur scheinbar kunterbunt zusammengewürfelter Haufen College-Cracks traut sich etwas ganz und gar Unerhörtes. Das "Team USA" gewinnt Eishockey-Gold durch einen 4:3 Sieg über die unbesiegbaren Russen. Ein Spiel, dass für immer einen festen Platz in den Top 10 der größten Sportereignisse aller Zeiten hat.
Protagonistin dieser Spiele ist auch Dagmar Lurz. In einer dramatischen Kür-Entscheidung gewinnt die Dortmunderin Bronze. Hinter Pötzsch.
Und hinter dem US-Girl Linder Fratianne. Wenige Wochen später, bei der WM in Dortmund, kehren sich die Verhältnisse um. Silber Lurz, Bronze Fratianne. Obs hier wie drüben - am Heimrecht lag? "Ach, nee. Lassen sie mich doch einfach in dem Glauben, dass es nicht so war", sagt Dagmar Lurz.
Die Weltmeisterschaft 1980 in der Westfalenhalle. Unter Experten gilt sie bis heute als eine der besten aller Zeiten. Atmosphärisch sowieso - das faire Dortmunder Publikum erhält am Ende den Sonderpreis der Vereinigung internationaler Journalisten.
Aber auch sportlich stehen die Wettkämpfe auf sehr hohem Niveau. Schade nur, dass Dagmar Lurz ihr Heimspiel kein bisschen genießen kann. Sie muss vorübergehend ausziehen, vor dem Medientrubel zu einer Freundin ihrer Mutter fliehen. "Zu hause stand das Telefon seit Lake Placid nicht mehr still", sagt sie.
Und dann erinnert sie sich an die letzten Sekundenvor der letzten Kür ihrer Karriere. "Ich stand unten an der Bande. Auf einmal hatte ich Blickkontakt mit meiner Mutter, die in einem Gang zwischen den Tribühnen stand. Und ich merkte, dass ich Tränen in den Augen hatte. Am liebsten wäre ich weggelaufen. Ganz weit weg."
Dagmar Lurz läuft tatsächlich. Aber nicht weg, sondern eine tolle Kür. Der Applaus bricht wie ein Orkan über sie herein.ö Blumensträuße fliegen ihr entgegen. So viele, dass sie sie unmöglich alle tragen kann. Und mit einem Mal fällt der ganze Druck von ihr ab. "Ich war in Tränen aufgelöst", sagt sie.
Sechs Jahre lang hat Dagmar Lurz nach diesen Momenten keine keine Eissporthalle mehr betreten. Winter(sport) ade. "Ich bin nicht einmal irgendwohin gefahren, wo eventuell Schnee hätte fallen können", sagt sie. Damals brauchte sie dringend Abstand. Dringend. Doch dann war auf einmal die leidenschaft für ihren Sport wieder da.
In einem Alter, in dem andere noch laufen, mit 27 Jahren, begann Dagmar Lurz-Prott, inzwischen Ärztin, ihre zweite Karierre. Als Wertungsrichterin. Die WM ist ihre erste große internationale Meisterschaft. Wieder ein Heimspiel. Aber diesmal ganz ohne Trubel.Und ohne Druck. Wer weiß, vielleicht sogar zum genießen. Eines jedenfalls steht fest: Diesmal wird sie nicht im Anschluß aufhören. Denn die Dortmunderin hat ein großes Ziel. Einmal noch Olympia.
Am liebsten schon 2006 in Turin.